Tagging ist also die Vergabe von Stichwörtern an Elemente, die nach diesen Stichwörtern wieder auffindbar sein sollen. Man könnte es wie eine Art Klassifizierung sehen, wie in einem Glossar, aber flexibler. (Reihen getauscht mit „Das Zielt der Meta Description…für sich selbst.“)
Das Ziel der Meta Description ist es, bei großen Datenmengen bessere Suchresultate zu erhalten – für die Bereitstellung für andere Benutzer oder als Nachschlagewerk für sich selbst.
Diese Klassifizierung von Informationen hat es schon lange vor dem Computerzeitalter gegeben. Im Fachgebiet der Typografie kennen wir die Klassifizierung von Schriften, wobei Schriften detailliert nach Merkmalen wie Serifen oder die Achse der Rundungen einer Gruppe zugeteilt werden. Jede Schrift gehört zu einer Gruppe oder Klasse, weitere Schriften in dieser Klasse weisen alle die gleichen Merkmalen auf und sehen sich ziemlich ähnlich.
Der herkömmliche Art und Weise der Datensignatur, also um Dateien auf Computersysteme zu strukturieren ist, diese in hierarchische Ordner abzulegen. Die Ordner und Unterordner haben in der Regel eindeutige aufeinander aufbauende Namen. Eine Datei wird klassifiziert/identifiziert und anhand von seinen Merkmalen in einen Ordner abgelegt – und zwar nur in diesen einen Ordner. Bekomme ich von einem Kunden, im Zuge eines Projekts, ein Logo zugeschickt, könnte ich diese Datei ablegen unter Kunde/Projekt/Grafik/Logos. Wird aber dieses Logo für mehrere Projekte benutzt, müsste ich eher einen allgemeinen Ordner anlegen – Kunde/Logos.
Durch Tagging können Dateien im Gegensatz zu hierarchische Ordnerstrukturen mehrere Zuordnungen gegeben werden. Das Logo könnte ebenso der Tag Kunde 1, wie auch den Tags Projekt X und Projekt Y erhalten. Damit würde das Logo sowohl allgemein unter Kunde 1, als auch unter den verschiedenen Projekten auffindbar sein. Diese Art von Datenablage setzt natürlich ein Dateisystem wie eine Datenbank voraus, welches das Tagging unterstützt.
Sinnvolles Tagging
Beim Tagging ist oft die Frage, welche Stichwörter werden vergeben – und von wem. Benutzt man ein offenes System, kann jeder seinen Dateien beliebige Meta Tags hinzufügen. Wenn eine Gruppe von Personen Bilder mit Tags versehen soll, kann das fast identische Tags oder völlig unterschiedliche hervorbringen. Eine Schwierigkeit dabei ist, dass abweichende Wortformen entstehen, durch Schreibfehler, flektierte Formen oder auch Sprachvarianten. Eine weitere Schwierigkeit kann entstehen, wenn Nutzer keine sinnvollen Tags vergeben, die zu spezifisch sind oder nur für eine Person eine Bedeutung haben. Diese Komplikationen beim offenen Tagging führen dazu, dass Suchresultate nicht präzise genug sind oder keine Treffer liefern.
Bei sehr großen Gruppen hat sich herausgestellt, dass sich die Qualität der verwendeten Tags verbessert. Wird die Tagsammlung größer, neigen die meisten Benutzer dazu, bestehende Tags zu verwenden. Dadurch entsteht eine sich selbst organisierende Struktur. Ein Beispiel für ein gut funktionierendes Social Tagging ist die Lesezeichenverwaltung von del.icio.us.
Administratives Tagging
Eine Methode, die wir verwenden, um den Wildwuchs in den Griff zu bekommen, ist das administrierte Tagging. Dabei werden die zu verwendenden Tags von einem Admin festgelegt und sind z. B. über eine Liste auswählbar. Wenn neue Tags hinzugefügt werden, sollte man darauf achten, dass keine Überschneidung mit bestehenden Tags stattfindet, und dass eine einheitliche Schreibweise gewahrt wird.
Eine erweiterte Möglichkeit beim administrierten Tagging ist die Einführung von verschiedenen Ebenen. Es darf eine Bezeichnung mit einem Wert verbunden werden, z. B. kann Qualität mit dem Wert gut oder schlecht belegt werden. Ohne diese Verbindung wäre “gut” kein sinnvoller Tag. Auf diese Art und Weise können Elemente gefunden werden, die mit Qualität = gut getaggt sind.
Es gibt immer mehr komplexe Informationen, die verwaltet, strukturiert und wieder gefunden werden müssen. Tagging hilft uns bei der Bewältigung von großen Datenmengen.

